Erster Elektrobus als ÖPNV-Ergänzung im Ländlichen Raum gestartet!

08.06.2015

Nachhaltige Mobilitätsangebote sind für die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums essentiell. Gerade für Kommunen mit einer großen Flächenausdehnung sind Mobilitätsangebote, die an den Bedürfnissen der Bürger ausgerichtet sind von entscheidender Bedeutung für ihre zukünftige Entwicklung. Es gilt, ländliche Kommunen als vitale und attraktive Wohn- und Wirtschaftsstandorte zu sichern und Ärzte, Apotheken, Schulen, Behörden und andere Einrichtungen der Daseinsvorsorge sollten für alle Bürgerinnen und Bürgern schnell und unkompliziert erreichbar sein. Gut durchdachten Konzepten, die auf Antriebskonzepten mit erneuerbaren Energien aufsetzen, kommt dabei eine hohe Bedeutung zu.

Diese Fragestellungen waren die Grundlage für die Beauftragung einer Projektentwicklung an die Initiative Zukunftsmobilität durch die Gemeinde Baiersbronn im Schwarzwald. Die Experten für nachhaltige Mobilität im Ländlichen Raum haben im Dialog mit der Kommunalverwaltung und den kommunalen Gremien, dem örtlichen Handel, Taxi- und Busunternehmen, dem Tourismus, den Genehmigungsbehörden und anderen Akteuren das Konzept des »E-Bus Baiersbronn« entwickelt und es gemeinsam umgesetzt. In Form eines einzigartigen Public-Privat-Partnerships wird nun der öffentliche Nahverkehr auf die Teilorte der großen Flächenkommune im Nordschwarzwald ausgedehnt und das bestehende Angebot ergänzt.

Umgesetzt wird das Projekt mit Hilfe eines vollelektrisch angetriebenen Fahrzeugs, das 20 Fahrgästen Platz bietet. Mit einer Speicherkapazität von 70 Kwh und einem Drehmoment von etwa 1.200 Nm erreicht das Fahrzeug eine Reichweite von bis zu 150 km mit einer Akkuladung und eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Damit ist gewährleistet, dass die erforderlichen Strecken befahren und alle Steigungen auch im vollbeladenen Zustand und bei winterlichen Temperaturen gemeistert werden können. Zur Realisierung des Projektes haben die Fachleute der Zukunftsmobilität die Elektrofahrzeuge Schwaben GmbH, EFA-S empfohlen, die im Auftrag des örtlichen Busunternehmens, der Omnibusverkehr Klumpp GmbH, ein konventionelles Fahrzeug auf vollelektrischen Betrieb umgerüstet haben. 

Das neue Mobilitätsangebot ist vor allem auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger der Schwarzwaldgemeinde ausgerichtet. Diese wurden durch die Initiative Zukunftsmobilität gemeinsam mit dem Imdahl-Institut, Rottweil, in Form eines Beteiligungsprozesses ermittelt und anschließend in das Konzept eingearbeitet. Zusätzlich sollte die beliebte Tourismusgemeinde mit dem »E-Bus Baiersbronn« ein Angebot für nachhaltige Mobilität im Tourismus erhalten, was durch einen »Hüttenbus« realisiert wurde. Dieser fährt in einer bisher ebenfalls einzigartigen Buslinie durch den Wald regelmäßig die Wanderhütten im Gemeindegebiet an und schafft auch beispielsweise für gehbehinderte Menschen die Möglichkeit, wieder die großen Höhenunterschiede auf der Gemarkung zu überwinden. Die Erfahrungen mit dem neuen Angebot sollen künftig auch in das Konzept für nachhaltige Mobilität des Nationalparks Schwarzwald einfließen.

Am 8. Juni 2015 konnte Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz das bisher einmalige Angebot für nachhaltige Mobilität im Ländlichen Raum seiner Bestimmung übergeben. Für die Zukunft ist nun vor allem wichtig, dass viele Bürger und Gäste der Schwarzwaldgemeinde den »E-Bus Baiersbronn« nutzen und das Angebot so langfristig betrieben werden kann.

 

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